Schritt 1. Das Projekt.
Richtig tolles Parkett, stilvoll, langlebig, warm und so gemütlich…. Wer hätte es nicht gern im Wohnzimmer? Doch bevor mit dem Projekt gestartet wird, sollte man sich zunächst darüber Gedanken machen wie lange das Parkett genutzt werden soll und wie die aktuelle Wohnsituation ist. Sollten Sie zur Miete wohnen, kann der Vermieter bei Auszug verlangen, dass das Parkett auf Ihre Kosten entfernt werden muss. Holen Sie sich daher von Ihrem Vermieter unbedingt vorher eine schriftliche Genehmigung.
JEDER Bodenbelag sollte fachgerecht verlegt werden – das gilt übrigens nicht nur für Parkett, sondern für ALLE Bodenbeläge. Nur so werden potenzielle Schäden vermieden und eine ansprechende Optik sichergestellt. Schäden können z.B. in der Fugenbildung entstehen. Saubere Abschlüsse zu den Wänden, die Bildung einer dauerhaft geschlossenen Oberfläche (bei entstehender Nässe) oder nahtlose Übergänge zu anderen Räumen sind ebenfalls zu beachten.
Schritt 2. Kleben oder schwimmende Verlegung?
Na klar: Eine schwimmende Verlegung ist schneller und sauberer und der Boden ist nach der Verlegung sofort begehbar. Dennoch empfehlen wir eine Verklebung, denn es hat viele Vorteile:
- Es ist leiser. Ein verklebtes Parkett gerät durch Schritte und Bewegungen weniger in Schwingungen als ein Boden, der schwimmend verlegt wurde.
- Bei Fußbodenheizungen verhindert das Verkleben, dass sich eine Luftschicht zwischen Untergrund und Parkett bildet – Folge: Die Wärmeleistung wird beeinträchtigt.
- Ein Kleber erspart Dehnungsfugen in der Fläche oder im Übergangsbereich zu anderen Zimmern.
- Es ist belastbarer. Nur verklebtes Parkett kann im Laufe der Zeit abgeschliffen werden. Schwimmend verlegtes Parkett lässt sich nicht schadlos abschleifen. Schleif- oder Bürstmaschinen bringen die Parkettelemente zum Flattern. Die Folge ist unterschiedlich abgetragenes Holz.
- Bei einer verklebten Verlegung ist eine zusätzliche Dämmung nicht notwendig.
Natürlich gibt es auch Nachteile, die wir nicht vorenthalten wollen:
- Es ist teurer. Parkettverklebung sollte unbedingt von einem Fachmann durchgeführt werden, was natürlich mit Zusatzkosten verbunden ist. Auch das Klebematerial ist teurer.
- Der neu verlegte Boden darf nicht sofort belastet werden.
- Die Entfernung des Bodens ist aufwändig.
Hinweis: Klassisches Stabparkett und andere Varianten von Massivparkett müssen zwingend verklebt werden.
Schritt 3. Ist eine Fußbodenheizung mit Parkett kompatibel?
JA natürlich! Aber…. Eine Fußbodenheizung gibt es hauptsächlich in zwei Ausführungen: Als Warmwasserheizung und auf Basis von mit Elektrizität betriebenen Heizmodulen (z.B. Heizfolien oder -matten). Während bei einer Warmwasserheizung sich die Wärme langsam entwickelt, heizt sich bei einer elektrischen Fußbodenheizung der Boden schneller auf. Höchsttemperaturen könnten für den Bodenbelag also kritisch werden.
Wichtig ist, dass die Oberflächentemperatur 26-28 °C nicht überschreitet und die relative Luftfeuchtigkeit im Raum zwischen 45 und 65 % liegt. Eine elektrische Fußbodenheizung für Echtholz-Parkett ist daher nicht geeignet. Folgen wären Überhitzung und Rissbildung. Checken Sie also unbedingt, was für eine Fußbodenheizung bei Ihnen eingebaut ist.
Geeignet für den Einsatz auf einer Fußbodenheizung sind mehrschichtige Parkett-Arten, wie Einzelstabparkett oder Landhausdielen. Durch ihren mehrlagigen Aufbau begrenzen sich die einzelnen Schichten gegenseitig in ihrer Bewegung, was das Quell- und Schwingverhalten des Bodens und somit die Fugenbildung deutlich verringert. Ein Parkett mit geringer Aufbauhöhe zu wählen, kann in Renovierungsbereichen entscheidend sein, wenn Sie feste Höhenvorgaben einhalten müssen. Modelle mit geringer Dicke liegen zudem automatisch unter dem empfohlenen Wärmedurchlasswiderstand von höchstens 0,15 qm K/W.
Was ist ein Wärmedurchlasswiderstand? Dieser Wert sagt aus wie hoch der Widerstand eines Bauteils gegen durchströmende Wärme ist. Je höher der Wert ist, desto weniger Wärme dringt durch das Material durch. Bei Dämmmaterial ist ein hoher Wärmedurchlasswiderstand gewünscht, bei Parkett auf einer Fußbodenheizung nicht. Schließlich soll die Wärme möglichst ungehindert vom Heizsystem an den Belag und letztlich an den Raum übergehen. Daher sollte der Wärmedurchlasswiderstand des Parkettbodens maximal 0,15 qm K/W betragen.
Bei einer Warmwasser-Fußbodenheizung sind nicht alle Holzarten geeignet. Richten Sie sich am besten an die Herstellerangaben – oder fragen Sie uns.
Und was ist mit der UV-Beständigkeit?
Auch die Lichtverhältnisse sollten bei der Wahl des perfekten Bodens eine Rolle spielen. Sonnenlicht ist eine Herausforderung! UV-Strahlen können im Laufe der Zeit die Farbe des Parketts verändern. Hellere Hölzer, wie z.B. Ahorn, Buche oder Eiche, neigen dazu unter direkter Sonneneinstrahlung zu verblassen. Im Gegensatz dazu können dunklere Hölzer, wie Walnuss, durch die Sonneneinstrahlung dunkler werden. Diese Holzarten absorbieren die UV-Strahlen und zeigen oft eine intensivere, tiefere Farbe im Laufe der Zeit. Ausnahmen stellen z.B. Kirschbaumholz und in der Oberfläche pigmentierte Parkettböden dar. Diese Verfärbung geschieht, weil die UV-Strahlen die chemischen Verbindungen im Holz angreifen, was zu einer Aufhellung des Farbtons führt. Richten Sie sich am besten nach den Herstellervorgaben.
Schneller betroffen von Ausbleichen bzw. Nachdunkeln ist lackiertes Parkett. Denn Lack bleicht durch UV-Licht auch aus. Geölte Parkettböden hingegen – vor allem wenn sie farbig geölt sind – halten einer Verfärbung durch Sonneneinstrahlung länger stand. Farbpigmente im Öl bleichen nicht aus.
Eine permanente starke Sonneneinstrahlung führt zwar zu Veränderungen von Farbe und Helligkeit, trotzdem können Sie Teppiche oder Möbel stellen und bei Nichtgefallen oder Neukauf auch verrücken. Die im ersten Moment sichtbar werdenden Farbunterschiede werden sich im Laufe der Zeit angleichen. Fast so als ob Sie im Urlaub eine Zeit lang eine weiße Tennissocke getragen hätten und diese nach ein paar Tagen ausziehen. Der weiße Fuß wird nach und nach die Bräune des restlichen Körpers annehmen.
Zum Schluss. Die Verwendungsmöglichkeiten.
Die Eignung von Parkett hängt stark von den Bedingungen des jeweiligen Raumes ab. Ideal ist es für Wohnräume wie Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Arbeitszimmer. Aber auch in Geschäftsräumen sorgt Parkett für ein hochwertiges und stylisches Ambiente. Nicht geeignet ist es für Feuchträume, da Holz empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden und mit der richtigen Pflege und Verlegung bleibt der Boden langlebig und attraktiv.
Übrigens: Holzfußböden sind in Europa seit dem Mittelalter bekannt. Um das 13. Jahrhundert wurden noch rote Bohlen nebeneinandergelegt, später dann gehobelte Dielen aus Weichhölzer wie Tanne, Fichte oder Kiefer. Aus diesen Bretterböden ging ab dem 16. Jahrhundert das Parkett in seiner heutigen Form als repräsentativer Bodenbelag hervor. In französischen Schlössern und Altbauwohnungen war z.B. das Fischgrätmuster vor hunderten Jahren schon beliebt – heute erlebt es ein Comeback in modernen und klassischen Wohnkonzepten.
Und … es heißt DAS Parkett – nicht der Parkett (weil Parkett ist neutral)…..
Sind Sie dennoch unschlüssig, welcher Bodenbelag am besten zu Ihnen passt? Dann kommen Sie doch einfach zu uns in die Wiehenstraße. Unser erfahrenes Team berät Sie sehr gerne.

