Richtiges Lüften – zu jeder Jahreszeit

Draußen herrscht das typisch deutsche Einheitswetter: 12 Grad und Dauerregen. Wie schön ist es doch, wenn man sich nach getaner Arbeit auf das Sofa rekeln kann und es in der Wohnung schön warm ist. Bloß nicht aufstehen und lüften! Oder. Sie haben einen 15jährigen Teenager – kaum beim Betreten des Jugendzimmers verspüren Sie den Drang, direkt wieder kehrt zu machen. Es ist stickig und es müffelt, das Fenster ist verschlossen – der Rollladen ist komplett runtergefahren – bei Sonnenschein und 28 Grad. Lüften? Fehlanzeige. Trotzdem: Richtig lüften – gesund wohnen und Schimmel vermeiden! So geht’s:

Warum richtiges Lüften so wichtig ist

  • Verhindert Schimmel (Feuchtigkeit raus, frische Luft rein)
  • Verbessert die Luftqualität (CO₂, Gerüche, Schadstoffe raus)
  • Spart Energie im Vergleich zu gekippten Fenstern
  • Gesünderes Raumklima für Schlaf, Konzentration und Wohlbefinden

Wird zu wenig gelüftet, sinkt die Luftqualität in Innenräumen. Sauerstoffmangel und ein höherer Schadstoffgehalt wirken sich langfristig nachteilig auf die Gesundheit aus. Durch falsches Lüften kann außerdem die Schimmelbildung gefördert werden.

Das Thema hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, da unsere Häuser immer besser gedämmt und die Fenster besser abgedichtet sind. Eine dichte Gebäudehülle verringert den natürlichen Luftaustausch mit der Umgebung. Richtig Lüften ist in gedämmten Gebäuden noch wichtiger als in unsanierten Altbauten, in denen quasi permanent ein Luftaustausch stattfindet. Denn dadurch wird auch Feuchtigkeit nach außen getragen.

Lüften im Winter

Das Lüften im Winter unterscheidet sich grundsätzlich vom Lüften im Sommer: Im Winter ist die Luft kalt und trocken, während sie in den Sommermonaten schwülwarm und feucht sein kann. Die trockene frische Luft von draußen ist bestens geeignet, um die stickige Heizungsluft in der Wohnung zu ersetzen. Allerdings besteht dabei auch die Gefahr die Raumtemperatur zu stark zu reduzieren. Der wichtigste Tipp zum Lüften im Winter ist daher, die Fenster tags und nachts geschlossen zu halten und nur kurz zu öffnen. So ist sichergestellt, dass die Räume nicht zu stark auskühlen und die Heizenergie nicht verschenkt wird. Damit das Lüften in der kurzen Zeit so effektiv wie möglich ist empfiehlt es sich, die Fenster so weit wie möglich zu öffnen und die Heizung vorher herunter zu drehen. Bei gekippten Fenstern dauert der Luftaustausch zwischen drinnen und draußen wesentlich länger. Die Gefahr der Auskühlung ist somit größer. Bei weit geöffnetem Fenster reichen schon drei bis fünf Minuten Stoßlüften. Das Lüften im Winter kann auf diese Weise dreimal täglich durchgeführt werden. Ist tagsüber niemand im Haus, reicht auch morgens und abends.

Zieht es in Ihrem Haus? Lüften Sie dennoch und überprüften Sie Ihre Haustür. Ist sie verzogen? Oder entspricht sie nicht mehr den heutigen Standards? Wir stellen Ihnen die Tür gerne wieder ein oder beraten Sie gerne über den Tausch einer Tür. Ist Ihr Haus älter als 15 Jahre – können Sie die Erneuerung sogar fördern lassen. Dasselbe gilt auch für Ihre Fenster.

Lüften im Frühling und Herbst

Die Atmosphäre in den Frühlings- und Herbstmonaten speichert große Mengen Feuchtigkeit. Und da zwischen der Umgebung und dem Wohnungsinneren zudem nur marginale Temperaturunterschiede herrschen, vollzieht sich der Luftaustausch quasi in Zeitlupe. Der Vorteil zu dieser Jahreszeit ist, dass die Luftfeuchtigkeit umso schneller aus den Räumen abzieht, je niedriger die Außentemperaturen ist. So reicht die Lüftungsdauer von 5 – 10 Minuten vollkommen für ein optimales Raumklima aus. Wiederholen Sie je nach Größe der Wohnung den Vorgang drei- oder viermal pro Tag. Die schnellsten Ergebnisse werden dabei mit Stoßlüften erzielt. Also: Je kälter die Außentemperatur, desto kürzer müssen Sie lüften. Und denken Sie daran schon im Herbst einen Blick auf den Winter zu halten. Sollten Sie tatsächlich eine neue Tür oder Fenster benötigen: Die Lieferzeit beträgt aktuell 6-8 Wochen.

Lüften im Sommer

Die Raumluftfeuchte im Sommer ist generell höher ist als im Winter. Sollte es draußen schwül und warm sein, kann die Feuchtigkeit von innen nicht entweichen. Folge: Kondenswasser an den Fenstern. Die Dämmung sorgt dafür, dass kein Luftaustausch mehr stattfindet, die warme Luft kann nicht entweichen und der Dampf aus der Luft als Wassertropfen setzt sich ab.

Das sich über die Zeit ansammelnde Kondenswasser ist kein Grund zur Besorgnis, kann allerdings auf Dauer zum Schimmel führen. Sogar Bauschäden sind möglich. Doch soweit muss es nicht kommen: Durch richtiges Lüften können Sie sich und Ihre eigenen vier Wände auch im Sommer schützen.

Wohnzimmer/Kinderzimmer

In Wohn- und Arbeitsräumen sowie in Kinderzimmern gelten 40 bis 60 % Luftfeuchtigkeit als ideal. Im Sommer pendeln sich die Zahlen eher an der oberen Grenze um 60 % ein. Lüften Sie daher morgens und abends regelmäßig.

Schlafzimmer

Im Schlafzimmer beträgt die ideale Luftfeuchtigkeit ebenfalls 40 bis 60 %. Gerade im Sommer sammelt sich viel Feuchtigkeit im Schlafzimmer an. Wir schwitzen!  Da die Temperaturen im Sommer nachts zurückgehen, können Sie bei gekipptem Fenster schlafen. Wem das unangenehm oder zu laut ist, der sollte vor dem Zubettgehen und nach dem Aufstehen richtig lüften.

Küche & Bad

In der Küche sind 50 bis 60 % Luftfeuchtigkeit ideal – im Bad bis 70 %. Sie können das Raumklima normalisieren und Schimmel entgegenwirken, indem Sie direkt nach dem Duschen oder Kochen stoßlüften.

Keller

Der Keller wird gerne vergessen, da er der kühlste Raum im Haus ist. Hier gilt die Raumluftfeuchtigkeit ab 65% als zu hoch. Der kühle Raum lässt sich nicht durch die Sommerluft aufwärmen. Die eindringende Luft ist feucht und führt durch rasches Abkühlen zu einer Kondensation. Feuchte Wände und Schimmel könnten entstehen. Lüften Sie daher auch Ihren Keller abends oder nachts.

Dachgeschossräume

Im Sommer staut sich vor allem im Dachgeschoss Wärme an. Durch das eindringende Sonnenlicht steigen die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit. Wenn Sie jetzt die Dachfenster öffnen, gelangt noch mehr heiße Luft ins Innere. Halten Sie die Fenster tagsüber lieber komplett geschlossen, machen Sie die Vorhänge und Rollläden schon vormittags zu und fliehen in die Badeanstalt. Lüften Sie früh morgens oder in den Abendstunden.

Wenig genutzte Räume

Selten genutzte Räume wie Flure, Abstellkammern oder Gästezimmer sollten Sie ebenfalls lüften. Auch hier gelangt Feuchtigkeit aus den anderen Räumen hinein, die Sie regulieren müssen, um Schimmel zu vermeiden.

Übrigens: Wir haben auch Sonnenschutzsysteme in unserem Portfolio – ob innen oder außen – es sind keine Grenzen gesetzt. Außenliegender Sonnenschutz ist übrigens förderfähig: 15 % der Investitionskosten inkl. Ausgaben für Montage und Installation sind möglich! Lassen Sie sich gerne von uns beraten.

Praktische Tipps fürs Lüften im Sommer

  • Kippen Sie nicht das Fenster -öffnen Sie es weit-. Dadurch gelangt viel kühle Luft ins Innere. Im Sommer empfiehlt sich eine Lüftung von 20 Minuten. In dieser Zeit findet ein ausreichender Luftaustausch statt.
  • Schließen Sie die Fenster richtig, da in den wärmeren Stunden zu viel heiße Sommerluft in die Räume gelangt.
  • Lüften heißt in diesem Fall Querlüften. Dafür öffnen Sie gegenüberliegende Fenster gleichzeitig. Es entsteht ein Luftzug, durch welchen sich Raum- und Außenluft auf schnellstem Wege austauschen. Allerdings sollten Sie nicht querlüften, wenn viel Feuchtigkeit im Raum ist – zum Beispiel nach dem Duschen oder Kochen. Durch den Durchzug verteilen sich Feuchtigkeit und Gerüche in der ganzen Wohnung. Schließen Sie Ihre Zimmertüren vor dem Lüften.

Fazit: Im Winter ist Stoßlüften angesagt. KEIN DAUERLÜFTEN! im Sommer Querlüften! Und denken Sie daran, dass JEDER Raum gelüftet werden muss: Auch das Teenagerzimmer!